Es tut mir leid, dass du mit einer solchen belastenden Situation konfrontiert bist. Es ist verständlich, dass du besorgt und vielleicht sogar erschrocken bist, wenn du solche Einträge im Tagebuch deines Sohnes findest. Hier sind einige Schritte und Überlegungen, die dir helfen können, damit umzugehen:
1. Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln
- Es ist wichtig, nicht impulsiv zu reagieren, auch wenn die Einträge beunruhigend sind. Überlege dir, wie du das Thema ansprichst, ohne deinen Sohn in die Defensive zu drängen.
2. Das Gespräch suchen
- Wähle einen ruhigen Moment, um mit deinem Sohn zu sprechen. Zeige Verständnis und Interesse an seinen Gefühlen, ohne Vorwürfe zu machen.
- Frage nach, was ihn bewegt. Vielleicht stecken hinter den Einträgen tiefe Verzweiflung, Wut oder andere ungelöste Konflikte.
- Vermeide Schuldzuweisungen wie „Wie kannst du nur so etwas schreiben?“ – das könnte ihn verschrecken oder abwehrend machen.
3. Professionelle Hilfe in Betracht ziehen
- Wenn dein Sohn Todeswünsche oder Selbsthass äußert, könnte das ein Zeichen für eine psychische Belastung sein (z. B. Depressionen, Mobbing, Trauma).
- Schulpsychologen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder Beratungsstellen können helfen, die Situation einzuschätzen und Unterstützung anzubieten.
- Falls du unsicher bist, ob akute Gefahr besteht (z. B. Suizidgedanken), zögere nicht, dich an eine Krisenhotline oder einen Arzt zu wenden.
4. Beleidigungen gegenüber dir
- Wenn die Einträge auch Hass oder Wut auf dich enthalten, könnte das auf ungelöste Konflikte oder Verletzungen hinweisen.
- Versuche, nicht persönlich verletzt zu reagieren, sondern frage dich: Was steckt dahinter? Vielleicht fühlt sich dein Sohn unverstanden, allein oder unter Druck.
- Ein offenes Gespräch (evtl. mit Vermittlung) kann helfen, Missverständnisse zu klären.
5. Selbstfürsorge nicht vergessen
- Solche Funde können auch für Eltern sehr belastend sein. Sprich mit einer vertrauten Person oder suche selbst Unterstützung, um die Situation zu verarbeiten.
Wichtig:
Falls du den Eindruck hast, dass dein Sohn akut gefährdet ist (z. B. konkrete Suizidpläne), handle sofort – wende dich an eine Krisenhotline (z. B. Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111) oder einen Arzt.
Du bist nicht allein mit dieser Situation. Es ist gut, dass du dich um dein Kind sorgst – und es gibt Wege, ihm (und dir) zu helfen. Möchtest du über konkrete Schritte oder Formulierungen für das Gespräch sprechen? Ich bin hier, um dich zu unterstützen. 💙